Abwasser

 

"Médaille d'eau"

Die Auszeichnung "Médaille d'eau" wird alle 5 Jahre für energiebewusste Kläranlagen vergeben und findet anlässlich des Seminares von VSA und InfraWatt am 20. September 2018 das nächste Mal statt. Die zentralen Kriterien für die Auszeichnung sind ein energiebewusstes Handeln, die Durchführung einer Energieanalyse und vor allem auch die Umsetzung von Energiemassnahmen.

 

Förderprogramm "Wärmeverbünde"                                                                Die Stiftung KliK fördert schon seit Jahren Wärmeverbünde, die mit erneuerbaren Energien oder Abwärme gespeist werden. Beim neuen Programm Wärmeverbünde, z. B. mit Abwasserwärmenutzung, liegen die Förderbeiträge bei 100 Fr. pro Tonne CO2; der Bewilligungsprozess wird aber bei diesem Programm wesentlich vereinfacht und beschleunigt, die finanziellen Beiträge werden für ein Projekt planbarer. Der Verein InfraWatt bietet dazu kostenlose Vorabklärungen an.

Grobcheck und Feinanalysen                                                                          Kläranlagen tragen zum Schutze unserer Gewässer bei. Dafür braucht eine Kläranlage sehr viel Energie, nämlich mehr Strom als alle Schulen in der Gemeinde. Kläranlagen verfügen aber auch über enorme Mengen an erneuerbarer Energie, dank dem Klärgas, dem Klärschlamm und dem Abwasser.

 

Stehen generelle Sanierungen/Erneuerungen auf der ARA an oder weist der Grobcheck auf Energiesparmöglichkeiten hin, lohnt sich eine gezielte Untersuchung und Optimierung der konkreten Energiemassnahmen. Dafür hat sich die Feinanalyse bewährt, welche die konkreten Massnahmen, die Kosten und Einsparungen und die Wirtschaftlichkeit aufzeigt. Die Feinanalyse wird alle 5 Jahre auf den neusten Stand gebracht. Auf der Basis der Feinanalyse kann der Betreiber über die Realisierung entscheiden und einen Budgetplan erstellen. Die Feinanalyse hat sich in der Praxis bewährt:

 

  • Auf den meisten ARA sind Energieeffizienzpotenziale vorhanden. Die Energiekosten lassen sich um bis zu 50% senken.
  • Das im Rahmen der Energieanalysen vorgeschlagene Paket an Massnahmen wirft in der Regel einen betriebswirtschaftlichen Gewinn ab.
  • Die Kosten für die Energieanalyse amortisieren sich meistens in weniger als einem Jahr.  

 

Zudem wurden in einem BFE-Leuchtturmprojekt von InfraWatt die Machbarkeit von Lastverschiebungen und Verkauf an einen Regelpooler untersucht.

 

Mikroverunreinigungen                                                                                     Die Einführung der Reinigungsstufen zur Elimination von Mikroverunreinigungen (MV) auf Abwasserreinigungsanlagen wird zu einer massgeblichen Verbesserung der Gewässerqualität in der Schweiz führen, aber auch zu einem beträchtlichen Mehraufwand an Energie. Deshalb muss für jede MV-Stufe auch der Energieverbrauch optimiert werden. Zur Unterstützung der Betreiber und Planer wurde dazu für den Leitfaden "Energie in ARA" das neue Kapitel "Energieeffizienz in MV-Anlagen" erarbeitet und auf der Plattform micropoll.ch des VSA gibt es diverse weitere aktuelle Publikationen, Tools und Neuigkeiten zu dem Thema.

 

Stromproduktion aus Klärgas lohnt sich
Die Kläranlagen in der Schweiz sind grosse Stromproduzenten, sie erzeugen aus Klärgas über 100 Millionen kWh erneuerbaren Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 50'000 Einwohnern. Strom aus Klärgas hat eine hervorragende Oekobilanz und darf mit dem Label "naturmade star" zertifiziert werden. Den erzeugten Strom kann der Betreiber auf der ARA selbst nutzen, oder als Ökostrom verkaufen. Dabei können die BHKW oder Gasturbinen mit einmaligen Investitionsbeiträgen finanziell unterstützt werden. Dadurch wird die Verstromung vom gesamten anfallenden Klärgas oder der Bau von neuen BHKW mit höheren Wirkungsgraden wieder lukrativer. InfraWatt gibt Auskunft über den aktuellen Stand der KEV, den Investitionsbeiträgen und der Direktvermarktung des Stromes.

 

Klärschlamm
Klärschlamm ist ein erneuerbarer Energieträger. Bei der Nutzung von Klärschlamm als Brennstoff können in Zementwerken fossile Brennstoffe ersetzt und CO2-Emmissionen reduziert und in der KVA oder in einer Monoverbrennung erneuerbarer Strom und Abwärme für Fernwärme geliefert werden. Zukünftig muss der im Klärschlamm enthaltene Phosphor zurückzugewonnen werden (vgl. TVA vom BAFU), was bei der Wahl der Klärschlammentsorgungungswege eine entscheidende Rolle spielen wird. Dazu haben wir ein Tool entwickelt, mit dem die Energiebilanz für eine Kläranlage individuell berechnet und die verschiedenen Entsorgungswege miteinander verglichen werden können.

 

Klärgas als Treibstoff
Klärgas kann hochwertig im eigenen BHKW auf der ARA genutzt werden. Die Einspeisung ins Erdgasnetz lohnt sich nur für grosse ARA, weil dazu eine Aufbereitungsanlage gebaut werden muss und zusätzliche Energie verbraucht wird. InfraWatt berät Kläranlagen bei der Entscheidungsfindung und beim Energiekonzept bzw. der Frage, wie der eigene Strom- und Wärmebedarf auf der ARA weiterhin mit erneuerbaren Energien oder Abwärme gedeckt werden kann.

 

Neutrale Beratung zur Erfüllung Grossverbrauchermodell                                In verschiedenen Kantonen werden Grossverbraucher (> 500 MWh/a Stromverbrauch) aufgefordert, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Dabei haben betroffene ARA in einem ersten Schritt festzulegen, welchen der drei möglichen Wege sie beschreiten wollen.

- Universal-Zielvereinbarung (UZV)
- kantonale Zielvereinbarung (KZV)
- Energieverbrauchsanalyse (EVA)

Sofern die ARA den Weg mit dem Kanton, also KZV oder EVA wählen und keine professionelle Betreuung haben, können die Betreiber bei Bedarf InfraWatt um Unterstützung insbesondere bezüglich der Erfüllung der Anforderungen des Grossverbraucherartikels anfragen. InfraWatt hat zum Grossverbraucherartikel (GVA) eine Empfehlung für ARA und WV abgegeben.

 

AnhangGröße
2017_Liste Fachleute_Seminar_Energieeffiziente_ARA.pdf101.54 KB
2015_Liste Fachleute_Seminar_Energieeffiziente_ARA.pdf182.38 KB
Grossverbraucher_2015_de.pdf251.33 KB